Welches Silikon eignet sich für Elektronik?
Silikon-Vergussmassen schützen elektronische Baugruppen dauerhaft vor Feuchtigkeit, Staub, Vibration und Temperaturwechseln. Sie bleiben über einen grossen Temperaturbereich elastisch, isolieren elektrisch und belasten Bauteile kaum mechanisch – deshalb sind sie in der Elektronik die erste Wahl, wenn Baugruppen dauerhaft geschützt werden müssen.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
- Viskosität: Niedrigviskose Massen fliessen in enge Spalten und unter Bauteile und entlüften leichter.
- Vernetzungsart: Additionsvernetzende Silikone härten ohne Spaltprodukte und praktisch schrumpffrei aus – auch in geschlossenen Gehäusen und dicken Schichten. Kondensationsvernetzende Silikone sind unempfindlicher gegen Verunreinigungen.
- Härte: Weiche Massen und Gele entlasten empfindliche Bauteile und Lötstellen, härtere Massen schützen besser mechanisch.
- Transparenz: Glasklare Massen erlauben Sichtkontrolle, Reparatur und den Verguss von LEDs und Anzeigen.
- Zusatzanforderungen: Brandschutz (z. B. EN 45545-2 für Schienenfahrzeuge, UL 94), Wärmeableitung oder UV- und Witterungsbeständigkeit.
Passende Produkte
- ELASTOSIL RT 601 A/B – glasklare Standard-Vergussmasse (9:1) für Leiterplatten, Sensoren und Module.
- ELASTOSIL RT 604 A/B – kristallklar, sehr niedrigviskos, weiches Vulkanisat.
- ELASTOSIL RT 607 A/B – höhere Härte und sehr gute Hitzestabilität.
- ELASTOSIL RT 622 A/B – für Brandschutzanwendungen in Schienenfahrzeugen nach EN 45545-2.
- ELASTOSIL RT 628 A/B – grau, UV- und witterungsbeständig für Aussenanwendungen.
- ELASTOSIL RT 745 A/B – weich, haftet ohne Grundierung auf vielen Untergründen.
- WACKER SILGEL 612 A/B – sehr weiches, glasklares Silikongel für besonders empfindliche Elektronik.
- ELASTOSIL RT 675 A/B – wärmeleitende Vergussmasse für Bauteile mit Wärmeentwicklung.
Praxistipps
- Komponenten genau im angegebenen Mischungsverhältnis dosieren und gründlich mischen.
- Bei additionsvernetzenden Massen Kontakt mit Schwefel, Aminen, Zinnverbindungen und einigen Weichmachern vermeiden – sie können die Aushärtung stören. Im Zweifel einen Vorversuch machen.
- Für Haftung auf Metall, Glas und Kunststoff eine passende Grundierung verwenden, z. B. Grundierung G790 TF.
- Bei dicken Schichten nach dem Mischen entlüften, um Lufteinschlüsse zu vermeiden.
Fragen zur Produktwahl? Rufen Sie uns an: +41 61 322 42 24 (Mo–Fr 08:15–12:00 und 13:30–17:00) oder schreiben Sie an info@ameba.ch.