Welches Silikon eignet sich zum Vergiessen von Sensoren?
Sensoren messen oft kleinste Signale. Die Vergussmasse soll sie vor Feuchtigkeit, Medien und Vibration schützen, darf aber die Messung nicht verfälschen. Deshalb sind weiche, spannungsarme Silikone ideal: Sie übertragen kaum mechanische Kräfte auf das Sensorelement und bleiben auch bei Kälte und Hitze elastisch.
Worauf es ankommt
- Geringe Spannung: Weiche Gele und Vergussmassen mit niedriger Shore-Härte schonen Drucksensoren, Dehnmessstreifen und feine Bonddrähte.
- Schrumpffreie Aushärtung: Additionsvernetzende Silikone härten ohne Spaltprodukte und praktisch ohne Schrumpf – auch in geschlossenen Gehäusen.
- Fliessfähigkeit: Niedrige Viskosität sorgt dafür, dass die Masse kleine Hohlräume vollständig füllt.
- Transparenz: Für optische Sensoren, LEDs und Sichtkontrolle sind glasklare Massen sinnvoll.
- Haftung und Dichtheit: Gute Haftung am Gehäuse verhindert, dass Feuchtigkeit entlang der Grenzfläche eindringt.
Passende Produkte
- WACKER SILGEL 612 A/B – sehr weiches, glasklares Silikongel (1:1); ideal für besonders empfindliche Sensoren.
- ELASTOSIL RT 604 A/B – kristallklar und sehr niedrigviskos, weiches Vulkanisat.
- ELASTOSIL RT 601 A/B – glasklare Standard-Vergussmasse für Sensoren und Leiterplatten.
- ELASTOSIL RT 745 A/B – weich und ohne Grundierung auf vielen Untergründen haftend.
- ELASTOSIL RT 625 A/B – transluzent, härtet schnell und schrumpffrei, auch in geschlossenen Formen.
Praxistipps
- Oberflächen sauber, trocken und fettfrei vorbereiten; bei Bedarf Grundierung G790 TF einsetzen.
- Masse langsam und von einer Seite eingiessen, damit die Luft entweichen kann; bei engen Geometrien vorher entlüften.
- Additionsvernetzende Massen nicht mit Schwefel, Aminen oder zinnhaltigen Materialien in Kontakt bringen.
- Erhöhte Temperatur beschleunigt die Aushärtung – die Prozesszeit lässt sich so deutlich verkürzen.
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